Auf der sicheren Seite

Personal und Betrieb bei KRAIBURG TPE mit Explosionsunterdrückungsanlage auf der sicheren Seite

 

Das Gummiwerk KRAIBURG GmbH & Co. KG in Oberbayern produziert bereits seit 1947 Kautschukverbundstoffe, die unter anderem bei der Verpackung von Lebensmitteln verwendet werden. 2001 ging die KRAIBURG TPE GmbH & Co. KG als rechtlich unabhängiges Unternehmen aus diesem Geschäftsbereich hervor. Heute gehört das Werk mit seinen rund 350 Mitarbeitern zu den Marktführern im Produktionsbereich thermoplastischer Elastomere (TPE). Charakteristisch für diesen Compound sind die elastischen Eigenschaften eines Gummis (Elastomer) in Kombination mit der vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeit von Kunststoffen (Thermoplasten). KRAIBURG TPE stellt diese auf Basis hydrierter Styrol-Block-Copolymeren her, die für die spezifischen Besonderheiten von TPE sorgen. Verwendung finden diese Stoffe in Form von Granulat beispielsweise bei der Produktion von Zahnbürsten- oder Rasierergriffen mit Soft-Touch Oberfläche. Aber auch in vielen anderen Bereichen wie Automobil-, Industrie- und Medizinalanwendungen. „Bei der Herstellung der thermoplastischen Elastomere sind Mischvorgänge mit feinen Pulvern nötig“, erklärt Dipl.-Ing. Karl-Heinz Ortmeier, Projektleiter bei KRAIBURG TPE. „Diese Feinkomponenten implizieren jedoch auch ein erhöhtes Staubexplosionsrisiko. Aus diesem Grund müssen wir uns intensiv mit geeigneten Explosionsschutzlösungen auseinander setzen, damit Mitarbeiter und Betrieb nicht gefährdet werden“, erläutert Ortmeier weiter.

Sicherheit von Personal und Betrieb als oberstes Gebot

Explosionen können überall dort auftreten, wo brennbare Stäube bei der Produktion entstehen, wie im Waldkraiburger Unternehmen. Unter bestimmten Voraussetzungen bildet sich in Verbindung mit Luft ein explosives Gemisch. Ist dann eine Zündquelle vorhanden, kann das zu einer Staubexplosion führen. Für die KRAIBURG TPE gehört der Umgang mit pulverförmigen Stoffen und den damit verbundenen Stäuben zum alltäglichen Geschäft. In Mischvorgängen wird das spätere Granulat unter anderem mit UV-Stabilisatoren vermengt. Dieses sehr feine Pulver schützt das TPE vor übermäßiger Sonneneinstrahlung und bewahrt seine Stabilität. Von den über tausend verschiedenen Rohstoffen, die das Werk derzeit einsetzt, sind ca. fünfzig staubexplosionsfähig. Um das Gefahrenpotential dieser Stoffe zu minimieren, müssen die Anlagen deshalb mit maximaler Sicherheit ausgestattet sein. Auch bei produktionsbedingten Schüttvorgängen bilden sich Feinstäube, die ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Mitarbeiter darstellen. Eine Absauganlage reicht für die Gefahrenreduzierung bei weitem nicht aus. „Nicht zuletzt die verbindlichen ATEX-Richtlinien der EU, die die Schutzmaßnahmen in explosionsgefährdeten Bereichen verpflichtend regeln, führten dazu, dass wir unsere Sicherungsanlagen genauer analysiert haben“, erörtert der Ingenieur. Durch umfassende Untersuchungen habe sich ein Defizit in Umfang und Art der Schutzmaßnahmen herauskristallisiert und Heinz Ortmeier ergänzt: „Da wir keinerlei Risiko in Bezug auf die Sicherheit unserer Mitarbeiter eingehen und die Explosionsgefahr auch im Hinblick auf eine unterbrechungsfreie Produktion auf ein Minimum reduzieren wollten, setzten wir uns mit Experten des Explosionsschutzes in Verbindung.“ Die Auswahl fiel schließlich auf die Explosionsschutzlösungen von Kidde Brand- und Explosionsschutz (KBE) aus Ratingen.

Prävention statt Reaktion

„Wichtig für uns war eine kompetente Fachberatung, die uns individuell über unsere Möglichkeiten beim Einsatz der verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen informierte“, gibt der projektleitende Ingenieur zu verstehen. Da das Risiko eines Störfalls auf ein Minimum reduziert werden soll, sind präventive Schutzmaßnahmen relevant, die mögliche Gefahren erkennen, bevor sie entstehen bzw. zu eskalieren drohen. Aus diesem Grund entschied sich die KRAIBURG TPE für Explosionsunterdrückungsanlagen der Ratinger Spezialisten. Insgesamt wurden an fünf Mischanlagen und einer Absauganlage Explosionsunterdrückungssysteme implementiert. Ziel der Maßnahme ist es, den Explosionsdruck auf einen möglichst niedrigen Wert zu reduzieren. Die eingebaute Anlage engt den Wirkungsbereich der Explosionsflamme bereits in der Anfangsphase einer möglichen Explosion ein, so dass sich der maximale Explosionsdruck auf unter 0,4 bar reduziert. Explosionsdrucksensoren detektieren eine anlaufende Explosion, senden dieses Signal an eine Melde- und Steuerzentrale, wo es registriert, überprüft und ausgewertet wird. Bei abweichenden Soll-Werten werden innerhalb von Millisekunden HRD (High Rate Discharge)-Löschmittelbehälter aktiviert und das auf Basis von Natriumbicarbonat bestehende Löschmittel strömt durch dafür vorgesehene Ventile aus. Durch das schlagartige Einströmen des Löschpulvers in die entstehende Explosionsflamme wird diese in Millisekunden abgelöscht, so dass die Staubexplosion unterdrückt und somit abgebrochen wird.

Auf Nummer sicher

Die Gefahren einer möglichen Explosion werden häufig unterschätzt. Gerade in Betrieben, in denen bisher noch kein Störfall eintrat, kann das fehlende Bewusstsein für eine umfassende Schutzanlage fatale Folgen haben. In diesem Zusammenhang stellen die Explosionsschutzlösungen von KBE eine konstruktive Schutzmaßnahme gegen eventuelle Staubexplosionen dar. „Dank der Sicherheitslösung sind unsere Mitarbeiter nun rund um die Uhr bestens geschützt und das professionelle und kompetente Engagement der Experten lässt uns nicht daran zweifeln, dass wir uns auch im Notfall keine Sorgen machen müssen“, zieht der Projektleiter sein Fazit.