Prävention statt Reaktion

Explosionsunterdrückungslösungen sorgen für permanente Sicherheit bei RWE Power AG

Dipl.-Ing. Frieder Merzbach

 

Die RWE Power AG ist der Stromerzeuger im RWE-Konzern in Kontinentaleuropa und einer der größten Stromproduzenten Europas. RWE Power stützt sich in ihrer Erzeugung auf eine breite Palette von Energieträgern: Kernenergie und die aus eigenen Tagebauen im Rheinland geförderte Braunkohle in der Grundlast, Steinkohle, Gas und regenerative Energien wie Wasser, Wind und Biomasse in der Mittel- und Spitzenlast. Mit dem weit gefächerten Energiemix bietet RWE Power ihren Kunden ebenso sicheren wie preiswerten und umweltfreundlichen Strom.

Auf Basis Braunkohle werden außerdem feste Brennstoffe und Herdofenkoks hergestellt. Insbesondere bei der Herdofenkoksproduktion und der generellen Verarbeitung der Trockenbraunkohle kommen Entstaubungsanlagen zum Einsatz. Diese stellen eine latente Brand- und Explosionsgefahr dar, die es gilt, durch konstruktive Schutzmaßnahmen zu minimieren, bzw. gänzlich auszuschalten.

Dipl.-Ing. Frieder Merzbach, verantwortlich für den Brand- und Explosionsschutz in der Abt. Förder- und Veredelungstechnik im Bereich Technische Dienste, Instandhaltungsprojekte der RWE Power AG, findet hier seit Mitte der 80-er Jahre die optimalen Sicherheitslösungen. „Die sukzessive Erweiterung unserer Produktionsanlagen machte irgendwann das gefahrlose Ableiten einer Explosion in einen separaten Raum unmöglich und wir schauten uns nach einer anderen Explosionsschutzmaßnahme um“. Diese zielte nicht auf der Ableitung der Explosion ab, sondern setzte auf Prävention in Form von Explosionsunterdrückung. Bei der Auswahl des Lieferanten legte der Verantwortliche großen Wert auf das Anpassen an die technischen Rahmenbedingungen der RWE Power AG. Bei der Suche nach einem geeigneten Dienstleister wurde man auf die Lösungen des Explosionsschutzunternehmens Kidde Brand- und Explosionsschutz (KBE) aufmerksam.

Flexibel auf kundenseitige Anforderungen reagieren

Das Unternehmen mit Stammsitz in Ratingen sitzt nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft, sondern war der einzige Anbieter, der sich komplett und mit viel Elan auf die sehr speziellen technischen Anforderungen des Kunden eingelassen hat. Bei den 40-50 Explosionsunterdrückungsanlagen, die insgesamt an 3 Veredlungsstandorten sowohl an bestehenden als auch neuen Anlagen implementiert wurden, handelt es sich um ein System, dass eine anlaufende Explosion durch Explosionsdrucksensoren erkennt und die Explosionsflammen durch Löschpulver in Millisekunden ablöscht. Hierdurch wird der zu erwartende maximale Explosionsüberdruck bei optimalen Konzentrationsbedingungen deutlich auf einen maximal-reduzierten Explosionsüberdruck vermindert. Ziel ist es, den Explosionsüberdruck auf einen möglichst niedrigen Wert zu reduzieren. An den Entstaubungsanlagen von RWE Power ordnete KBE einen dynamischen Multisensor an. Die explosionstechnische Entkopplung wurde durch so genannte Löschmittelsperren realisiert. Diese verhindert eine Übertragung der Explosionsflamme in vorgeschaltete Anlagenteile. Insbesondere bei der Herdofenkoksproduktion kommt es auf die permanente Verfügbarkeit der Anlagen an. Diese laufen im Mehrschichtbetrieb 24 Stunden am Tag und teilweise bis zu 365 Tage im Jahr. Was für die Lösungen der Kidde Brand- und Explosionsschutz spricht, erläutert Dipl.-Ing. Merzbach: „Wir haben trotz der bereits eingesetzten Explosions-schutzlösungen von KBE auch immer wieder Vergleichsangebote angefordert und uns mit den in Frage kommenden Unternehmen an einen Tisch gesetzt. Missfallen hat uns dann, dass diese Experten nicht bereit waren, sich ausreichend mit unseren technischen Rahmenbedingungen zu beschäftigen“. Wie der Service und die Wartung der Explosionsunterdrückungsanlagen aussehen müssen, ist aus nachvollziehbaren Gründen streng reglementiert. So zeigt ein spezielles Wartungsprogramm, welches die KBE-Experten zu jeder Anlage mitliefern, einen Bedarf an, bevor es zu Beeinträchtigungen kommt. Ähnlich der elektronischen Wartungsintervallanzeige im PKW werden so Teile erneuert, die früher oder später die Funktion der Sicherheitsmaßnahme gefährdet hätten. Im Rahmen einer jährlichen Inspektion kontrolliert der Lieferant alle implementierten Anlagen. Eine Besonderheit ist bei RWE Power, dass nach etwa 10 Jahren die im Einsatz befindlichen Löschmittelflaschen gegen komplett neue ausgetauscht werden. Der Verantwortliche Frieder Merzbach argumentiert folgendermaßen: „Wir müssen das Risiko eines Störfalls auf ein Minimum reduzieren und gehen bei den Sicherheitsvorkehrungen deshalb soweit, dass wir auf den Austausch der Flaschen gegen komplett neue und nicht überholte Flaschen bestehen.“ Die Begutachtung und Genehmigung jeder neuen Explosionsschutzanlage erfolgt über einen unabhängigen Technologiedienstleister in Prüfung und Zertifizierung sowie in der Beurteilung und Beherrschung industrieller Risiken mit dem Schwerpunkt Sicherheit von Bauteilen, Maschinen und Anlagen.  

Kontakt

Rudi Post
Vertriebsleiter
Kidde Brand- und Explosionsschutz GmbH
Harkortstraße 3
40880 Ratingen

Tel.: 02102 / 57 90 153
Fax.: 02102 / 57 90 111

Email: rudi.post@kidde.de